2010 3 Aug
Warum trage ich schwarze Kleidung?
Kategorie: Aktuelles,Angy | RSS feed abonnieren! 3 Comments

Angy 1975
- In meiner Kindheit war es mir egal, welche Kleidung mir vorgeschrieben wurde und ich wagte auch gar nicht dagegen etwas zu sagen.
Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie mich sonntags meine Großmutter eingekleidet hatte und dass ich auch später, in der Schule, ihre selbstgenähten Hosen und Pullover tragen musste.
Im frischen Teeniealter (ab 1980) bekam ich Taschengeld über das ich endlich selbst verfügen durfte und nicht jedesmal abgezählt in die Spardose stecken musste. Ich nutzte damals oft die Gelegenheit und trampte in die nahegelegene Stadt, um dort shoppen zugehen. In Lemgo gab es einige Mode-Shops, aber die modischen Klamotten waren alle so teuer und ich hatte leider nicht sehr viel Taschengeld, also gönnte ich mir nur Kleinigkeiten.
In der Schule hatten wir mal Batik-Unterricht und während alle Schüler farbenfrohe T-Shirts bastelten, so waren meine Muster immer in den Farben Dunkelrot und Schwarz.
Ein Jahr später packte mich dann doch der Kaufrausch, als ich die grün-rot-längstgestreiften engen Hosen fand (das war zur Nena-Zeit), dazu trug ich schwarze Stiefeletten und kombinierte das Outfit mit passenden Oberteilen. Oft stülpte ich noch ein schwarzes Netz-Shirt darüber.

Angy 1983
Irgendwann nervte es mich so sehr, aber ich fühlte mich stark genug, um meinen Standpunkt entsprechend zu vertreten. Kurz vor Schulabschluß (1985) war ich sowieso etwas rebellisch geworden und liess mich von niemanden mehr “unterbuttern”.

Angy 1986
Warum, zu diesem Zeitpunkt, mein Outfit immer dunkler wurde, weiss ich nicht – es gefiel mir einfach und passte wunderbar zu all meinen Kombinationen.
Hinzu kam, dass ich meine Vorstellungen an Jacken, Oberteilen und Hosen auf Papier zeichnete und zusammen mit meiner Mutter die tollsten Schnitte entwarf. Sie ist Schneiderin und hat all meine Wünsche mit Stoff, Samt, sowie Lack und Leder umgesetzt und mich mit dieser selbstdesignten Kreation immer sehr glücklich gemacht. Das brachte später auch einige Leute aus der Wave-Szene dazu, sich von meiner Mutter ausgefallene Klamotten nähen zu lassen.

Angy 1988
Mir war wichtig, dass ich keine Kopien von Modeartikeln trage, sondern eine teilweise auffällige Kluft mit meiner eigenen Note präsentiere.
Die Farben Dunkelrot, Weiß und Flaschengrün nutzte ich gern für meine Kombination mit der hauptsächlich schwarzen Gaderobe.

Angy 1990

Angy 2006
Seit 1986 bin ich selber für mein Leben zuständig und rebelliere gegen die kommerzielle Massenbewegung, denn ich will anders sein!
Ich gehe davon aus, dass all das mit meiner unterdrückten und vorgeschriebenen Kindheit bei meiner strengen Großmutter zu tun hat.
Unter den “Normalos” wirke ich dadurch scheinbar als auffällig, aber mir ist es völlig egal, ob jemandem mein Outfit gefällt oder nicht.
In dieser Hinsicht bin ich absolut egoistisch – MR-EGO.
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PC69*


Oktober 27th, 2010 at 00:08
Nabend,
das ist ja eine üble Geschichte, wenn man als Kind schon unterdrückt wurde – klar, dass man dann irgendwann mal “ausbrechen” will.
Finde Deine Einstellung in Ordnung!
August 6th, 2010 at 11:12
Allerdings ist nicht jede meiner Kleidung selbst genäht, aber wichtig ist mir, dass ich mich wohl fühle.

Juli 4th, 2010 at 09:15
Angy 2010
Das Bild auf dem T-Shirt entstand Ende der 80er.
Ich habe es damals mit Wasserfarbe gezeichnet und es soll meine damalige Freundin Britta darstellen mit ihrer Haarpracht, die einer meiner selbstgenähten Bullerbuxen anhatte.
Vor einigen Jahren habe ich diese Bild auf ein T-Shirt drucken lassen – auf schwarz hätte es sicher auch gut ausgesehen.