Angy mag schwarze Kleidung - Schulzeit

Angy 1975


    In meiner Kindheit war es mir egal, welche Kleidung mir vorgeschrieben wurde und ich wagte auch gar nicht dagegen etwas zu sagen.

Kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie mich sonntags meine Großmutter eingekleidet hatte und dass ich auch später, in der Schule, ihre selbstgenähten Hosen und Pullover tragen musste.

    Im frischen Teeniealter (ab 1980) bekam ich Taschengeld über das ich endlich selbst verfügen durfte und nicht jedesmal abgezählt in die Spardose stecken musste. Ich nutzte damals oft die Gelegenheit und trampte in die nahegelegene Stadt, um dort shoppen zugehen. In Lemgo gab es einige Mode-Shops, aber die modischen Klamotten waren alle so teuer und ich hatte leider nicht sehr viel Taschengeld, also gönnte ich mir nur Kleinigkeiten.
    In der Schule hatten wir mal Batik-Unterricht und während alle Schüler farbenfrohe T-Shirts bastelten, so waren meine Muster immer in den Farben Dunkelrot und Schwarz.

    Ein Jahr später packte mich dann doch der Kaufrausch, als ich die grün-rot-längstgestreiften engen Hosen fand (das war zur Nena-Zeit), dazu trug ich schwarze Stiefeletten und kombinierte das Outfit mit passenden Oberteilen. Oft stülpte ich noch ein schwarzes Netz-Shirt darüber.


Angy mag schwarze Kleidung - Schulzeit

Angy 1983

Während meine Klassenkameraden fast wöchentlich zum Shoppen fuhren und ständig mit neuer Kleidung prahlten, konnte ich mir nur ab und zu ein neues Teil leisten. Meinen Mitschülern ist dies immer sofort aufgefallen und einige lästerten sogar über mich, weil ich nicht ständig up-to-date rum lief.
Irgendwann nervte es mich so sehr, aber ich fühlte mich stark genug, um meinen Standpunkt entsprechend zu vertreten. Kurz vor Schulabschluß (1985) war ich sowieso etwas rebellisch geworden und liess mich von niemanden mehr “unterbuttern”.


Angy mag schwarze Kleidung - DarkSzene

Angy 1986

    Warum, zu diesem Zeitpunkt, mein Outfit immer dunkler wurde, weiss ich nicht – es gefiel mir einfach und passte wunderbar zu all meinen Kombinationen.
    Hinzu kam, dass ich meine Vorstellungen an Jacken, Oberteilen und Hosen auf Papier zeichnete und zusammen mit meiner Mutter die tollsten Schnitte entwarf. Sie ist Schneiderin und hat all meine Wünsche mit Stoff, Samt, sowie Lack und Leder umgesetzt und mich mit dieser selbstdesignten Kreation immer sehr glücklich gemacht. Das brachte später auch einige Leute aus der Wave-Szene dazu, sich von meiner Mutter ausgefallene Klamotten nähen zu lassen.


Angy mag schwarze Kleidung - DarkSzene

Angy 1988

    Mir war wichtig, dass ich keine Kopien von Modeartikeln trage, sondern eine teilweise auffällige Kluft mit meiner eigenen Note präsentiere.
    Die Farben Dunkelrot, Weiß und Flaschengrün nutzte ich gern für meine Kombination mit der hauptsächlich schwarzen Gaderobe.


Angy mag schwarze Kleidung - DarkSzene

Angy 1990


Angy mag schwarze Kleidung - DarkSzene

Angy 2006

Bis heute hat es sich nicht geändert und ich trage weiterhin dunkle Kleidung, die nicht von der Stange kommt! Hin und wieder kaufe ich mittlerweile auch mal das eine oder andere Kleidungsstück, wenn es besonders kultig aussieht und zum selber nähen zu aufwendig ist. Das Preisleistungsverhältnis sollte hierbei angemessen sein, denn ich unterstütze nicht den Massenkonsum! In fast allen Handlungen bin ich grundsätzlich dagegen, mit der Masse zu “schwimmen”.
Ich gehe davon aus, dass all das mit meiner unterdrückten und vorgeschriebenen Kindheit bei meiner strengen Großmutter zu tun hat.


Seit 1986 bin ich selber für mein Leben zuständig und rebelliere gegen die kommerzielle Massenbewegung, denn ich will anders sein!
Unter den “Normalos” wirke ich dadurch scheinbar als auffällig, aber mir ist es völlig egal, ob jemandem mein Outfit gefällt oder nicht.
In dieser Hinsicht bin ich absolut egoistisch – MR-EGO.